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Ein hervorragend erhaltenes Beispiel
für die Fortsetzung dieser Bautration in Zeiten der Weimarer
Republik bildet die 1927 entstandenen Etagenhausgruppe
Barlachstrasse 24, Mergellstrasse 8-20, Hirschfeldstrasse 10-12 der
Bauring GmbH zusammen mit dem in den Jahren 1926 bis 1928 von der
Gemeinnützigen Heimstätten AG "Heimat" errichteten
Baublock Mergellstrasse 1-19, Hastedtstrasse 34-48, Hirschfeldstrasse
2-8. Die Architekten Ernst und Eduard Theil ("Heimat")
und Eugen Schnell (Bauring) schufen hier ein zeittypischen
Ensemble der Wohnungsreform, welches Elemente des Traditionsalismus,
des Expressionismus und der Moderne aufweist und trotz
der verschiedenen Bauherren eine gewisse Homogenität hat.
Deutlich erkennbar ist das Bemühen, den Strassenraum wie auch
die Fassaden durch zurückspringende Häuser, eingezogene
Eingangsachsen, Loggien oder Zwerchhäuser abwechslungs- und
spannungsreich zu gestalten.
Besonderes Augenmerk wurde auf
die architektonische Akzentuierung der Strassenecken gelegt,
z. B. durch den zurückgezogenen, runden Treppenhausturm am
Gebäude Barlachstrasse 24 (E.Schnell). Das
Eckgebäude Hastedtstrasse / Mergellstrasse (E. und E. Theil)
erhielt einen eingeschossigen, gleichfalls runden Ladenvorbau.
Die darüberliegenden Wohngeschosse zeigen im Bereich der abgeschrägten
Ecke dreieckig vorspringende Erker. Vor allem die Baugruppe von
E.und E. Theil weist durch die Verwendung von Architekturgliedern
auf den expressionistischen Einfluss. Hierzu gehören z.B.
die Erker, aber auch die differenziert gestalteten, zurückspringenden
Treppenhaus- und Eingangsachsen mit teilweise dreieckig vorspringenden
Umrahmungen, halbrunden Treppenhausfenstern und über Eck angeordneten
Fenstern. Auch die reiche Ausstattung mit Bauplastik, gestaltet
vom Bildhauer Richard Kuöhl, gehört zum charakteristischen
Repertoire des Expressionismus.
Als Element der Moderne hingegen
sind insbesondere die auf Sohlbankhöhe verlaufenden Ziegelbänder
anzusehen, die zu einer deutlichen Betonung der Horizontalen beitragen.
Die Hauszeile von Eugen Schnell wirkt hingegen
etwas traditioneller. Auffällig an ihr ist neben der bereits
erwähnten städtebaulichen Anordnung insbesondere der reichhaltigen
bauplastistische Schmuck der Fensterumrahmungen und an
den Brüstungen der Loggien.
ISBN 3-7672-1337-0
aus Harburg und Umgebung (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland) |