Am
Platz "Boje's Gasthaus" eröffnete1930 der damals hochmoderne "Gloria-
Palast" mit 1200 Sitzplätzen, im Beiprogramm Variete-Nummern
und ein eigenes engagiertes Orchester.
Foto + Text
aus Gastliches Harburg - Helms Museum
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Der Architekt Eugen Schnell schuf
hier ein Gebäude, das hinsichtlich seiner Formensprache und
Grundrissgestaltung eindeutig dem Neuen Bauen der Weimarer
Republik zuzuordnen ist. Die horizontale Gliederung, die
fast völlige Schmucklosigkeit des Baukörpers und nicht
zuletzt die vertikal angebrachte Leuchtreklame gehören zu
den klassischen Elementen dieses Stils. Besonders eindrucksvoll
ist die Grundrissgestaltung, die die geschwungene Gebäudeform
im inneren fortsetzt: Das Gebäude gliedert sich in zwei Funktionseinheiten.
Der östliche Teil nahm im Erdgeschoss ein Gasthaus und im
Obergeschoss ein Cafe auf. In den darüberliegenden Geschossen
wurden Wohnungen untergebracht. Der westliche Baukörper bildet
den Kinosaal mit eigentümlichen, tropfenförmigen Grundriss.
Das Gebäude wurde nach Kriegsschäden wieder instandgesetzt
und dabei die Erdgeschosszone umgebaut. Mittlerweile ist leider
auch die ursprüngliche Fensterausstattung verloren gegangen.
Die ehemaligen Kastenfenster mit aussen dunkel gestrichenen Rahmen
und Kämpfern wurden durch die übliche Isolierverglasung
ersetzt. Trotzdem ist das Gebäude wegen seiner Bedeutung als
eines der wenigen Harburger Beispiele der klassischen moderne und
als letztes Rudiment eines ehemals städtebaulich wichtigen
Platzes als denkmalwert zu bezeichnen.
ISBN 3-7672-1337-0
aus Harburg und Umgebung
(Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland) |