Wie im Bereich der übrigen
Ortsteile gehörte die Cuxhavener Strasse als
alte Wegeverbindung zu den frühen Siedlungsgebieten Hausbruchs.
Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert erfolgte allmählich eine
Aufsiedlung, wobei sich hier wegen der günstigen Verkehrsanbindung
und der Nähe zur Neugrabener Heide und zum Staatsforst Haacke
auch eine Reihe von Pensionen und Gaststätten gründeten.
Die Bauten dieser Zeitschicht sind heute jedoch stark verändert.
Lediglich das Wohnhaus Cuxhavener Strasse
174 ist aus bauhistorischer Sicht interessant.
Es wurde im Jahre 1929
vom Architekten Eugen Schnell für den Bautechniker
Jonny Garms entworfen. Diese Konstellation erstaunt
insofern, als Garms selbst zahlreiche Gebäude im Bezirk
Harburg, vor allem im Alten Land, geplant und gebaut hat. Hier
jedoch, so scheint es, war eine besonders ambitionierte architektonische
Lösung gerfragt. Das auf rechteckigem Grundriss errichtete
zweigeschossige Gebäude zeigt durch seine Übereckfenster
und das vertikale Fensterband zur Belichtung des Treppenhauses moderne
Formenelemente. Etwas monumental wirken die merkwürdigen,
paarig angeordneten, lisenenartigen Vorlagen in der Mitte jeder
Fassade. Dieses Vokabular wird durch das hohe und steile Walmdach
mit mittigen Schleppgauben kontrastiert.
ISBN 3-7672-1337-0
aus Harburg und Umgebung
(Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland) |